Halte dich an Wunder – Großstadtlieder in Szene

Inspiriert durch das Festjahr „#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“ haben wir uns mit Leben und Werk der fast vergessenen österreichisch-jüdischen Schriftstellerin und Schauspielerin Lili Grün (1904-1942) auseinandergesetzt.

Sowohl Lili Grüns Texte als auch ihr Leben haben uns berührt. Ihr großer Traum war eine Karriere als Schauspielerin. So thematisierte sie in ihren nicht selten autobiographischen Texten (Romanen, Kurzgeschichten, so wie Gedichten) den Alltag von (alleinstehenden) arbeitenden Frauen, One-Night-Stands, die Liebe und das Leben mit seinen kleinen und großen Wünschen, Schmerzen und Sehnsüchten. Dabei faszinieren Lili Grüns emanzipierte Frauenfiguren, die von der großen Liebe träumen und dennoch ihr Leben selbst in die Hand nehmen.
Dies tat auch Mascha Kaléko (1907-1975), deren unendlicher Lyrik-Schatz uns auch in dieses Programm hinein begleitet.
Beide Frauen verbindet – wenn auch mit unterschiedlichem Ausgang – das gleiche Schicksal. Während Lili Grün in einer Vernichtungsstätte ermordet wurde, konnte Mascha Kaléko ins Exil fliehen.
Wie unzählige Künstler:innen wurden sie als Opfer des Nationalsozialismus zum Schweigen gebracht und ihrer Zukunft und Sprache beraubt. Vor allem im Hinblick auf aktuelle politische Entwicklungen ist es uns wichtig, ihr Werk wieder auf eine Bühne zu bringen und an sie zu erinnern.

Regie: Wolf-Dieter Gööck

Lili Grüns Werke werden seit 2009 im AvivA Verlag Berlin neu aufgelegt. Die Herausgeberin Anke Heimberg hat ihre Gedichte in alten Zeitungen und Magazinen aufgestöbert und gesammelt. Zusammen mit einigen Kurzgeschichten wurden sie 2014 – erstmals in Buchform - im Sammelband Mädchenhimmel! veröffentlicht.

https://www.aviva-verlag.de/programm/m%C3%A4dchenhimmel/

Youkalí trifft Mascha Kaléko

Für ihr Programm „Seiltänzerin ohne Netz“ tauchen die Dresdner Musikerinnen mit ihren heiter-melancholischen Kompositionen in die Poesie des vergangenen Jahrhunderts ein. Dazu verführte sie die Lyrikerin Mascha Kaléko (1907-1975), deren Gedichte mit rettender Ironie von Alltag, Sehnsucht und dem Wahnsinn der Welt erzählen. Mit nur 22 Jahren schreibt sich die jüdische Autorin im Berlin der Weimarer Republik in die Herzen ihrer Zeit. Diese stets aktuellen Zeilen erweckt Youkalí mit eigenen Klängen zu neuem Leben. Sie bringen ihre HörerInnen zum Weinen und Lachen und laden dazu ein, zeitlosen Fragen nachzuspüren. Sinnlich, wild und wunderbar schräg!

 

Regie: Nicola Bremer

 

 



Tatjana Davis

(Komposition, Klarinette, Satzgesang, Klavier, Percussion)

Marie Hänsel (Gesang)

alternierend zu Olivia Delauré

Olivia Delauré

(Gesang, Choreografie)

alternierend zu Marie Hänsel

Laura Härtel

(Cello, Satzgesang, Percussion)

Elena Schoychet (Klavier, Satzgesang)